Social Listening – Unterschätzte Ressource im Employer Branding

Wie schön wäre es, wenn man ganz einfach in die Köpfe der eigenen Zielgruppe blicken könnte. Das Social Listening lässt diese Wunschvorstellung zumindest zum Teil Wirklichkeit werden. In Echtzeit können Meinungen, Bedürfnisse und Wünsche durch das Verfolgen von Diskussionen im Internet aufgedeckt werden. Wir zeigen dir, wie du das Social Listening als wertvolle Ressource in deine Employer Branding Strategie einbinden kannst. Damit bist du aufkommenden Trend-Entwicklungen immer einen Schritt voraus und behältst die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter stets im Blick.

Lerne in diesem Beitrag …

  1. Grundlagen von Social Listening
  2. Vorteile für das Employer Branding
  3. Arten des Social Listening
  4. Vorgehen einer Social Listening Research
  5. Social Listening Best Practices
  6. Social Listening Tools

Social Listening Definition – Mehr als nur Zuhören

Das Social Listening (auch: Social Media Listening) kann grundsätzlich für die Überwachung eines gesamten Unternehmens oder auch für einzelne Produktsparten eingesetzt werden. Wir fokussieren uns in diesem Beitrag auf die Erkenntnisgewinnung für das Employer Branding.

Social Listening – Erklärung

Social Listening wird ins Deutsche etwa mit dem „digitalem Zuhören“ übersetzt. Überall dort, wo sich Menschen untereinander austauschen, besteht eine Fundgrube für das Social Listening. Du kannst diese Art des aktiven Zuhörens für dein Unternehmen nutzen, um einen ungefilterten Einblick in Meinungen, Einstellungen und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe zu gewinnen.

Mögliche Kanäle für das digitale Zuhören sind Social-Media-Plattformen, Blogs, Foren, Bewertungsseiten, Webseiten oder auch Online-Nachrichten. Durch die Analyse der Meinungsbilder entlang verschiedener Plattformen wird der Arbeitgeberruf stetig überwacht und Trends sowie Entwicklungen im Wettbewerb können frühzeitig erkannt werden.

Damit verhilft Social Listening dem Employer Branding zu einer wertvollen Erkenntnisgewinnung. Als Marktforschungstool können in Echtzeit Schwachstellen und Potenziale der eigenen Arbeitgebermarke aufgedeckt werden.

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Social Listening vs. Social Monitoring

Beim Social Monitoring wird ein Blick auf die Kennzahlen und harten Fakten geworfen. Das Social Listening baut hingegen auf diese Analysen auf und ergründet die Emotionen und Beweggründe hinter einzelnen Beiträgen. Damit ergibt sich ein unterschiedlicher Umgang mit verfügbaren Daten aus den sozialen Netzwerken:

6 Vorteile für das Employer Branding

Die Erkenntnisse aus dem Social Listening können in erster Linie dafür verwendet werden, um die eigene Employer Branding Strategie laufend zu optimieren. Damit verbunden ergeben sich viele weitere Vorteile:

  1. Verständnis und Kontaktaufnahme der Zielgruppen:
    Welche Fragen beschäftigen sie wirklich? Welche Ansprüche besitzen sie an einen Arbeitgeber?
  2. Entdecken von Trends in der Arbeitswelt:
    Welche Benefits sind gerade gefragt? Wie sieht bspw. das ideale Vorstellungsgespräch aus?
  3. Aktives Verfolgen vom Wettbewerb:
    Wie interagiert die Konkurrenz mit der Zielgruppe? Was bieten sie? Gibt es ungenutzte Nischen?
  4. Optimierung der Candidate Experience:
    Was läuft schon gut und wo besteht Verbesserungsbedarf?
  5. Vorsorgliches Krisenmanagement durch eine zeitige Reaktion:
    Gibt es kritische Stimmen? Zeichnen sich negative Entwicklungen ab?
    Weitere Tipps zu diesem Thema findest du auch in unserem Beitrag „Employer Reputation Management
  6. Messung des Erfolgs von Recruiting-Kampagnen:
    Welche Maßnahmen sind besonders erfolgreich? Wie wird der neue Slogan aufgenommen?

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Types of Social Listening – Arten der Analysetiefe

Gemäß der Tiefe der Analyse können unterschiedliche Arten im Social Listening unterschieden werden:

  • Basic Social Listening:
    Diese Art bildet die grundlegende Form des Social Listening. Es umfasst das Durchsuchen von sozialen Netzwerken, um Erwähnungen, Kommentare oder Bewertungen zu einem bestimmten Thema zu finden. Die Analyse ist hierbei sehr oberflächlich gehalten.
  • Deep Social Listening:
    Beim Deep Social Listening werden nicht nur die Erwähnungen in Betracht gezogen, welche mit dem eigenen Unternehmensprofil in Verbindung stehen. Im Vordergrund steht eine umfassende Analyse zu einem bestimmten Thema. Neben Social-Media-Plattformen werden auch Foren, Blogs oder Webseiten durchsucht.
  • Combined Social Listening:
    Wie der Name verspricht, handelt es sich hierbei um ein kombiniertes Vorgehen. Es werden dabei sowohl grundlegende Social-Media-Plattformen, als auch weitergehende Quellen untersucht. Bei diesem Verfahren erfolgt eine tiefergehende Analyse zu den Meinungen und Einstellungen der Zielgruppe.

Social Listening Research – Strategisches Vorgehen

Einfach nur den eigenen Unternehmensnamen in eine Suchmaschine eingeben und blind darauf loslegen, führt zu einer endlosen Suche ohne konkrete Ergebnisse. Deswegen steht am Anfang einer jeden Social Listening Research die Festlegung eines konkreten Ziels. Das kann beispielsweise sein:

  • mehr über den Wettbewerb zu erfahren,
  • aktuelle Trends auf dem Arbeitsmarkt zu verfolgen,
  • ein tieferes Verständnis einer Zielgruppe zu erlangen oder
  • die Reaktionen auf eine Unternehmenskampagne zu messen.

Im ersten Schritt sollte auch festgelegt werden, welche Kanäle für die eigene Zielgruppe relevant sind und welche digitalen Tools zum Einsatz kommen sollen. Weiter unten im Beitrag geben wir einen Überblick über beliebte Tool-Anbieter.

Social Listening Keywords festlegen

Der Knackpunkt innerhalb der Social Listening Research ist das Festlegen von relevanten Begriffen für die eigene Employer Brand. Einige Anhaltspunkte können sein:

  • Unternehmensname
  • Kampagnentitel
  • Marken-Hashtags
  • Namen von Wettbewerbern

Um hieraus möglichst tiefgehende Erkenntnisse zu gewinnen, ist es wichtig zu wissen, welchen Wortschatz die eigene Zielgruppe nutzt. Hierbei können Social Listening Tools bei der Auswahl von Begrifflichkeiten helfen. Ferner sollten auch Abkürzungen sowie häufige Rechtschreibfehler mit in die Analyse einbezogen werden.

Social Listening Analyse

Alle gefundenen Diskussionen, Erwähnungen und Beiträge müssen in einem letzten Schritt noch ausgewertet werden. Je nach übergeordnetem Ziel können die gewonnenen Daten kategorisiert werden, bspw. in Trends, Wünsche und Kritik. Einzelne Aspekte lassen sich zudem nach Relevanz sortieren, in dem die Häufigkeit der Nennung in die Bewertung einbezogen wird. Mithilfe von Dashboards in digitalen Tools lassen sich auch Stimmungsbilder oder Themencluster erstellen.

Im Anschluss sollten Maßnahmen formuliert werden, um einen Nutzen aus der Social Listening Analyse zu ziehen. Mögliche Fragestellungen können lauten:

  • Welche Abteilungen sollten informiert werden?
  • Wie sollte die Employer Branding Strategie angepasst werden?
  • Wie können wir Schwächen direkt angehen?

Social Listening – Best Practices aus drei Bereichen

Wer seiner Zielgruppe aktiv zuhört und das Meinungsbild zum Unternehmen verfolgt, der gewinnt einen wichtigen Vorsprung im Recruiting von Nachwuchstalenten. Wir haben drei Best Practices herausgesucht, welche die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten innerhalb des Recruitings und der Employer Branding Strategie aufzeigen.

Interaktion als Best Practice

Einer der wichtigsten Aspekte ist die Interaktion mit der eigenen Zielgruppe. In der direkten Kontaktaufnahme zu Kandidaten liegt ein häufig ungenutztes Potenzial. Wer die Stimmung hinter den Beiträgen versteht und reflektiert darauf eingeht, schafft ein Gefühl von Wertschätzung der eigenen Zielgruppe gegenüber.

Die Telekom hat das beispielsweise auf Twitter optimal gelöst. Dort erzählt ein Nutzer von einem bevorstehendem Vorstellungsgespräch bei der Telekom. Auch ohne einen direkten Tag erkennt das Unternehmen die Erwähnung und geht sympathisch mit persönlichen Glückwünschen darauf ein.

Social Listening im Employer Branding, das Unternehmen Telekom antwortet auf einen Tweet, StudySmarter
Best Practice – Telekom

Talente finden in sozialen Netzwerken

Für eine möglichst große Reichweite bei der Jobsuche, setzen einige Kandidaten auf den Netzwerkeffekt. Hierbei suchen Nutzer für sich selbst oder Personen aus dem Bekanntenkreis nach einer neuen Anstellung und fragen hierfür nach Empfehlungen auf sozialen Plattformen.

Wenn du aktiv wichtige Keywords für relevante Stellenausschreibungen in deinem Unternehmen verfolgst, kannst du auf diese Weise mögliche Kandidaten entdecken. Die sozialen Netzwerke bieten hierfür die ideale Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und in den Kommentaren auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen.

Social Listening im Recruiting, ein Unternehmen antwortet auf einen LinkedIn Beitrag, StudySmarter
Talente finden in sozialen Netzwerken

Über den Tellerrand schauen

Nicht immer spielen sich Diskussionen zu Unternehmen auf den bekannten Social-Media-Plattformen ab. Für verschiedene Berufsgruppen oder Studienfächer gibt es zielgruppenspezifische Foren. Wer Social Listening Best Practices betreiben will, sollte die Kanäle der eigenen Zielgruppe kennen.

Ein Beispiel ist das Forum „WiWi-TReFF“, welches sich mit den Themen Wirtschaftsstudium und Karriere auseinandersetzt. Innerhalb des Forums gibt es interessante Diskussionen zu Themen wie:

  • Wie viel Gehalt erwartet mich bei x?
  • Wer ist der bessere Arbeitgeber: x oder y?
  • Bewerbungstipps für das Vorstellungsgespräch bei x
  • Wie ist der Unternehmensalltag bei x?

Social Listening Tools – Kleine Helfer für den Überblick

Mithilfe von Social Listening Tools lassen sich die unzähligen sozialen Netzwerke, Foren oder Blogs automatisiert nach entsprechenden Keywords durchsuchen. Gleichzeitig ermöglichen die Tools auch das Erkennen von Markennennungen ohne einen direkten Tag auf das Unternehmensprofil. Kostenpflichtige Versionen enthalten häufig auch eine Video-Content-Analyse, mit welcher Instagram-Reels, TikTok oder YouTube-Videos einbezogen werden können.

Beliebte Anbieter von Social Listening Tools

Die Marketingplattform OMR hat die beliebtesten Social Listening Tools aufgrund von Nutzererfahrungen aufgelistet. Wir haben die drei Sieger einmal zusammengefasst:

Anbieter
Wichtigste Funktionen
Hootsuite✔Social Media Suite
✔Automatisierte Planung von Beiträgen
✔Auswertung von Kampagnen
✔Social Listening und Monitoring Funktionen wie Wettbewerbsanalyse, Stimmungsanalyse
✔Einbindung aller Kanäle
Fanpage Karma✔Analyse-Tool für Social Media
✔Reporting mit Export in Excel, PowerPoint und CSV
✔Mehr als 250 Kennzahlen zur Analyse
✔Morning Report mit den wichtigsten Kennzahlen des letzten Tages
Facelift✔10 verschiedene Features
✔Globaler Content-Pool als Inspiration
✔Monitoring und Listening
✔Vorlagen für Dashboards für eine detaillierte Analyse
✔Trendwatch
Social Listening Tools im Überblick

Social Listening Tools – Kostenlos für den Einstieg

Viele Tools beinhalten eine kostenlose Basis- oder Testversion. Auf diese Weise kann der Einsatz von kostenpflichtigen Tools für das eigene Unternehmensziel vorab getestet werden. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen können so einen ersten Einstieg erhalten, ohne direkt ein Abonnement abzuschließen. Natürlich bieten die Basis-Versionen dafür in den meisten Fällen ein geringeres Volumen der Suchanfragen sowie der Anzahl an Quellen und einen eingeschränkten Funktionsumfang.

Einen weiteres kostenloses Social Listening Tool bietet Google Alerts. Diese Funktion von Google ermöglicht es, automatisiert benachrichtigt zu werden, sobald das Tool die zuvor definierten Keywords und namentliche Erwähnungen erkennt.

Vom Hörer zum Sprecher – Talente finden mit StudySmarter

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